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Telefone klingelten Sturm

Foto: Oliver Werner

Foto: Oliver Werner

22.06.2002 - Westf. Nachrichten

Fragen zu Sodbrennen

Prof. Wolfram Domschke legte den Hörer auf und war ganz sicher:"Ich hatte den weit entferntesten Anrufer." Weit gefehlt. Sei Telefonat aus einem Strandkorb auf der Nordseeinsel Norderney wurde noch getoppt: " Bei mir war ein Lkw-Fahrer in der Leitung, der gerade mit seiner Ladung in Dänemark unterwegs war", setzte Dr. Thorsten Phole "noch eins drauf". Doch egal ob von einer Friesen-Insel oder dem skandinavischen Festland: Mit über 200 Gesprächen waren gestern Nachmittag alle Leitungen bei der Telefonaktion der Westfälischen Nachrichten / ZENO-Zeitung zwei Stunden lang blockiert.

Die neun Fachmediziner aus Münster und dem Münsterland beantworteten pausenlos Fragen rund um das Thema "Sodbrennen". "Die meisten suchten echte Orientierungshilfen", waren sich die teilnehmer am Ende einig. Da gab es zum Beispiel viele Fragen zu Medikamenten aus dem frei verkäuflichen Bereich, die sich Betroffene "selbst verordnet" haben, um ihre Beschwerden zu lindern. "Das ist gefährlich", warnten die Experten davor, das Sodbrennen auf die leichte Schulter zu nehmen. "Es muss zunächst geklärt werden, ob sich bereits um eine Erkrankung oder um ein zeitweiliges Unwohlsein handelt." Danach richte sich auch die Behandlung.

Andere Patienten berichteten von guten Erfahrungen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten - die dann jedoch nach kurzer Zeit nicht mehr vom Hausarzt verordnet würden. "Darauf drängen, dass die Behandlung damit fortgesetzt wird", rieten die Mediziner. Besonders aus dem Bereich der "Säureblocker" gebe es sehr gute Medikamente, die aber nur bei dauerhafter Einnahme helfen.

Doch es sind auch die Betroffenen selbst, die nicht immer bereit sind, tagtäglich ihre Arznei zu nhemen:"Die Angst vor den im Beipack beschriebenen Nebenwirkungen ist groß", entnahmen die Ärzte den Gesprächen. Eine Pauschal-Empfehlung könne es da nicht geben. "Wenn jemand 38 ist und über Jahrzehnte ständig Medikamente braucht, liegt eine andere Situation vor als bei einem Patienten, der erst mit 70 Jahren mit der Einnahme beginnt." In welchem falle eine Operation die richtige Lösung sei, müsse abgwogen werden.
Martina Döbbe
 

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