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16.04.2002 - Westf. Nachrichten
Infos aus erster Hand: Hiltruper Krankenhausärzte laden zu Patientenseminar ein
Neue Wege beschreitet das Hiltruper Herz-Jesu Krankenhaus: Mit zweimal jährlich geplanten Patientenseminaren sollen interessierten Bürgern möglichst objektive Informationen zu Gesundheitsthemen vermittelt werden.
Den Auftakt macht am Donnerstag (18. April) das 1. Hiltruper Patientenseminar zur Knopflochchirurgie, das in Kooperation mit der AOK und unter Schirmherrschaft von Bezirksvorsteher Heinz Nolte um 20 Uhr im Festsaal des Herz-Jesu Krankenhauses, Westfalenstrasse 109, stattfindet.
Der kostenlosen Informationveranstaltung liegt ein neues Selbstverständis der Krankenhäuser zugrunde: "Das Krankenhaus ist heute nicht mehr nur für Diagnostik und Therapie zuständig, sondern auch für Informationen", legte Dr. Rüdiger Horstmann, Chefarzt der Chirurgie, dar. Im Krankenhaus der Zukunft würden die klassischen Abteilungen aufgelöst und in Kompetenzzentren umgewandelt. Sozusagen als Prototyp eröffnete das Hiltruper Krankenhaus Anfang des Jahres ein interdisziplinäres Bauchzentrum für Patienten mit ungeklärten Bauchbeschwerden. Der Vorteil: Internisten und Chirurgen betreuen die Patienten gleichzeitig bei Diagnose und Therapie, so dass individuell die beste Behandlungsmöglichkeit aus der einen oder der anderen Fachrichtung zum Zuge kommen kann, erläuterte Dr. Martin Helleberg, Internistischer Leiter des Bauchzentrums.
Ob Sodbrennen, Gallensteine, Leistenbruch oder Darmerkrankungen - nahezu alle klassischen Bauchoperationen werden am Hiltruper Krankenhaus inzwischen mittels der Knopflochchirurgie durchgeführt. "Das hat für den Patienten handfeste Vorteile", meint Oberarzt Dr. Claus Classen. Es gebe deutlich weniger Komplikationen und Wundheilungsstörungen. Die Patienten erholen sich rascher und können letztlich schneller wieder in den Alltag und das Arbeitsleben zurückkehren. Statt eines 20 oder 30 Zentimeter langen Bauchschnittes sind bei der Knopflochchirurgie nur wenige Minischnitte nötig, durch die die fünf bis zehn Millimeter großen Operationsinstrumente in den Bauchraum eingeführt werden.
Hiltrup hat sich mittlerweile zu einem Zentrum für mikroinvasive CHirurgie entwickelt, legt Horstmann dar: Seien 1991 lediglich 20 bis 30 Prozent aller Blinddarm- und Gallenblasenoperationen per Knopflochchirurgie erfolgt, liege ihr Anteil heute in Hiltrup bei 90 Prozent. Einen Schwerpunkt legen die Hiltruper Ärzte dabei auf die operative Behandlung der Volkskrankheit Sodbrennen: Jährlich würden 500 Millionen Euro für magensäurehemmende Medikamente ausgegeben, nannte Horstmann konkrete Zahlen. Eine Operation würde letztlich Gesundheitskosten senken - ein Aspekt, den auch die AOK-Pressesprecherin Inge Holsträter hervorhebt.
Beim Patientenseminar am Donnerstag geben operierte Patienten ihre Erfahrungen weiter. An einem Modell werden anatomische Fragen erklärt; Filme und vertiefende Fragen der Gäste bestimmen den weiteren Verlauf des Abends, der von einer Medizinjournalistin moderiert wird.
-beg-
