Zur Diagnostik
Zur defintiven Abklärung der Operationsindikation sind folgende Untersuchungen erforderlich:
Ösophago-Gastroskopie (ggf. mit PE aus dem distalem Ösophagus)
evtl. Ösophagus-Manometrie
evtl. 24-Std-pH-Metrie
Falls erforderlich, werden Manometrie und pH-Metrie präoperativ ambulant durchgeführt. Ob diese Untersuchungen durchgeführt werden sollen, klären wir (ebenso wie die Terminvergabe) in unserer Ambulanz im Rahmen eines Aufklärungs- Informationsgespräches mit dem Patienten.
Die üblichen allgemeinen präoperativen Untersuchungen können durch den Hausarzt oder am stationären Aufnahmetag durch uns erfolgen:
EKG (bei Pat. > 40. Lebensjahr)
Rö-Thorax in 2 Eb. (bei Pat. > 60. Lebensjahr)
Labor: Blutbild, Elektrolyte, GOT, Kreatinin, Quick, PTT, Blutzucker, Blutgruppe
Die Laborwerte sollen nicht älter als 1 Woche sein!
Zur Indikation
Die Indikation zur laparoskopischen Fundoplicatio bei Vorliegen einer GERD wird als sinnnvolle Alternative vor allem jüngeren Patienten empfohlen, die der täglichen Einnahme von Protonepumpeninhibitoren (PPI) bedürfen und solchen, die trotz PPI-Einnahme weiterhin Beschwerden haben. Vorausetzung ist eine eindeutige klinische Symptomatik, eine mindestens 3- monatige konsequente PPI Mediaktion mit anschliessendem positiven PPI - Auslasstest und ein entsprechender ösophago-gastroskopischer Befund. Bei unklaren Befunden wird eine Manometrie und eine pH - Metrie durchgeführt.
Ziel der Operation
Die Operation soll einerseits die Beseitigung der Symptome, insbesondere des Sodbrennens, erreichen und somit die Lebensqualität deutlich verbessern. Andererseits soll durch die Operation eine Prävention bewirkt werden: Durch Ausheilung bzw. Vermeidung der Ösophagitis wird der Gefahr einer Striktur oder Blutung vorgebeugt. Durch Reduzierung des Säurereizes auf die Schleimhaut des Ösophagus soll die Metaplasie verhindert und damit die Gefahr der Entwicklung eines Adenocarzinoms verringert werden.
Röntgenbeispiele

Axiale Hernie

Upside-Down Magen
Zur Barrett-Problematik
Die GERD zeigt eine hohe Prävalenz in der Gesamtbevölkerung und kann bei etwa 10-15% zum Barrett-Ösophagus führen.
Die Inzidenz des Adenocarzinoms hat sich in den letzten 20 Jahren in den westlichen Industriestaaten vervielfacht. Mit Ausnahme des malignen Melanoms weist kein anderer Tumor eine größere Häufigkeitszunahme auf als das Adenokarzinom der distalen Speiseröhre. Die Ursachen für diesen Anstieg der Karzinominzidenz sind zur Zeit noch unklar. Einziger bekannter und gesicherter Risikofaktor ist der vorbestehende Barrett-Ösophagus. Momentan wird bei Nachweis eines Barrett-Ösophagus von einem 30-120fach erhöhten Krebsrisiko ausgegangen.
Da noch viele Fragen zur Reflux-Metaplasie-Dysplasie-Karzinom-Sequenz offen sind, wurde eine Studiengruppe "Barrett-Register in Deutschland" etabliert, die anhand prospektiv erfasster Daten aus ganz Deutschland eine differenzierte Risikoabschätzung hinsichtlich der Dysplasie-Karzinom-Entwicklung erarbeitet. An dieser Untersuchung nehmen bereits mehr als 20 gastroenterologische und chirurgische Zentren teil, u.a. auch unsere Abteilung.
Operationsschritte
Zunächst werden durch 5 bis 10mm große Einschnitte in die Bauchdecke Metallhülsen (Trokare) in die Bauchhöhle eingebracht und diese mit CO2 aufgefüllt.

Anschließend werden die Zwerchfelllücke, die untere Speiseröhre und der obere Magenteil freipräpariert. Evtl. in den Brustraum hochgerutschte Magenanteile werden in die Bauchhöhle zurückverlagert.


Der Zwerchfellbruch wird durch 3-4 Nähte der beiden Zwerchfellschenkel beseitigt bzw. die für den Speiseröhrendurchtritt bestehende Lücke eingeengt.

Diese Naht wird durch Aufsteppen eines Kunstoffnetzes verstärkt, da Nähte allein ausreißen können und damit ein erneuter Zwerchfellbruch entstehen könnte.

Der freipräparierte obere Magenanteil wird anschließend hinter der Speiseröhre durchgezogen, als Manschette um die Speiseröhre gelegt und an dieser mit Nähten fixiert.

Zum Schluss der Operation wird das CO2-Gas abgelassen, die Trokare werden entfernt und die kleinen Wunden durch je eine Naht geschlossen. In der Regel wird die während der Operation liegende Magensonde noch am OP - Tag entfernt; Drainagen sind normalerweise nicht erforderlich.
