Zurückfliessen von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre:
Normalerweise verhindert ein Schließmuskel (unterer Ösophagus-Sphinkter) das Zurückfliessen von Mageninhalt in die Speiseröhre. Eine vergrösserte Lücke im Zwerchfell (Hiatushernie), die angeboren ist und im Laufe des Lebens zugenommen hat, führt zu einer Fehlfunktion des Verschlussmechanismus. Wenn gleichzeitig eine verzögerte Magenentleerung besteht, verweilt die Nahrung zu lange im Magen, und der Druck im Magen steigt an. Diesem erhöhten Druck kann der untere Schließmuskel der Speiseröhre dann nicht mehr standhalten mit der Folge, dass der (saure) Mageninhalt in die Speiseröhre hochsteigt. Darüber hinaus ist oft auch noch die Transportfunktion der Speiseröhre (und damit die "innere Reinigungsfunktion") gestört. Einmal zurückgeflossene Magensäure wird dann nicht mehr schnell genug in den Magen zurückbefördert und verbleibt zu lange in der Speiseröhre. Saurer Mageninhalt in der Speiseröhre führt schnell zu Reizungen und Entzündungen der Schleimhaut der Speiseröhre (Reflux-Ösophagitis).
Zivilisatorische Umweltfaktoren:
Zu diesen zusätzlichen Ursachen für Sodbrennen gehören: Übergewicht, zu reichhaltiges Essen, zu enge Kleidung, Stress, bestimmte Medikamente (Rheuma- und Schmerzmittel, einige Asthmamittel). Auch während der Schwangerschaft kann es durch den erhöhten Druck im Bauchraum vorübergehend zu einem länger anhaltenden sauren Reflux kommen.
Folgen:
Bei lang andauernder Reizung/Entzündung der Schleimhaut in der Speiseröhre (Reflux-Ösophagitis) kann es zu narbigen Einengungen der Speiseröhre (Striktur oder Stenose) und zu einer Umwandlung der Speiseröhrenschleimhaut in Magenschleimhaut (Barrett-Ösophagus) kommen. Dies stellt einen entscheidenden Risikofaktor für die Entwicklung eines Speiseröhrenkrebs (Adenokarzinom des Ösophagus) dar!
Diagnose:
Die Spiegelung von Speiseröhre und Magen (Ösophago-Gastroskopie) ist bei den meisten Patienten für die Diagnosestellung am besten geeignet. Hierbei kann auch durch Entnahme kleiner Gewebeproben ein Speiseröhrenkrebs ausgeschlossen werden. Narbige Einengungen können manchmal besser in einer Röntgen-Kontrastmittel-Untersuchung festgestellt werden.
Bei einigen Patienten muss vor einer Operation eine Druckmessung ("Ösophagus - Manometrie") und eine Säurebestimmung in der Speiseröhre ("24 - Stunden - pH - Metrie") durchgeführt werden. Dies ist besonders bei nicht ganz eindeutigen sonstigen Befunden erforderlich. Dazu wird eine ganz dünne Messsonde über die Nase bis in den Magen eingeführt und über 24 Stunden belassen. Trozdem kann in dieser Zeit normal gegessen und getrunken werden. Diese Untersuchung wird ambulant durchgeführt und belästigt fast gar nicht.
